Internet der Dinge oder Internet of Things ist ein Begriff, der immer mehr in Mode kommt. Bezeichnet wird damit die Entwicklung vom Computer zu elektronischen Geräten, die die gleichen Funktionen übernehmen können. Als erstes geschah dies durch Smartphones, doch inzwischen sind die Entwicklungen viel breiter gestreut. Es steht nicht mehr der Verbraucher im Fokus, sondern besonders die Industrie hat die Möglichkeiten des Internets der Dinge erkannt. Es wird ein wesentlicher Baustein der Digitalisierung werden und innovative Chancen für Produktion und Dienstleistungen schaffen.

Eine Vision wird Wirklichkeit

Ein ganz praktisches Beispiel sind mit Sensoren ausgerüstete Drucker, welche  den Füllstand der einzelnen Druckerpatronen analysieren. Unterschreitet dieser eine bestimmte Grenze, wird eine neue Druckerpatrone eigenständig beim Anbieter bestellt und zugesandt. Anwender brauchen sich somit keine Gedanken mehr über einen einsatzbereiten Drucker zu machen. Dies entlastet den Beschaffungsprozess, und außerdem hat der Anbieter so einen besseren Kundenkontakt und sicherere Einnahmen. Wichtig waren für diese Entwicklung drei Dinge: erstens wurden die Bauteile immer leistungsfähiger, im nächsten Schritt wurden sie auch immer kleiner und damit leichter einsetzbar in Anwendungen und schließlich auch günstiger, sodass die massenhafte Produktion und die Kombination mit Geräten möglich wurde. Ein weiterer Aspekt: Bei den Prozessoren sank der Energieverbrauch. Erst dadurch war es sinnvoll und möglich, Prozessoren, Mikroelektronikteile, Kommunikationsmodule in die Dinge des täglichen Lebens einzubauen oder beispielsweise im Maschinenbau einzusetzen. So ausgerüstet hat sich dann im Consumerbereich der Begriff „Smart“ durchgesetzt wie „Smartphone“, „Smartenergy“ oder „Smarthome“, inzwischen werden aber auch im B-to-B-Umfeld Begriffe wie „Smart Factory“ verwendet. Der Quantensprung teilt sich also in zwei Bereiche auf, einen der den Verbrauchern zugutekommt und einen für gewerblich genutzte Anwendungen. Gegenstände erhalten durch Internet der Dinge eine neue Qualität, aber vor allem auch eine verbesserte Gebrauchsfähigkeit. Durch die digitale Aufrüstung erhalten diese Gegenstände eine Funktionserweiterung, die weit über die ursprüngliche Anwendung hinausgeht. Dieser Mehrwert schafft neue Informationen über den Zustand der Geräte, hält aber gleichzeitig auch Daten über die Nutzung bereit. So können beispielsweise Maschinen mit Sensoren ausgestattet sein, die einen Verschleiß anzeigen und eine Wartung anfordern, vergleichbar der Wartungsintervallanzeige in Autos. Dadurch lassen sich dann schnell gezielte Maßnahmen einleiten, damit im Produktionsprozess keine großen Unterbrechungen erforderlich sind.  Das Beratungsunternehmen McKinsey untersuchte den Markt für Internet der Dinge und kam zu folgendem Schluss: Das Wertschöpfungspotenzial liegt weltweit bis 2025 in Fabriken bei etwa 3,7 Billionen Dollar, für Städte bei etwa 1,7 Billionen Dollar und im Gesundheitswesen bei 1,1 Billionen Dollar. Dem Trend zufolge liegt das größte Einsparpotenzial in den Bereichen Nutzungsvereinfachung, Zeitersparnis und günstigerer Preise. Gleichzeitig verschwimmen laut der Studie die Grenzen zwischen Technologieunternehmen und klassische Unternehmen immer mehr. Die einen sorgen für Innovation im Bereich klassischer Unternehmen für eine Kompetenzsteigerung über das eigentliche Geschäftsfeld hinaus, die anderen adaptieren Entwicklungen von Technologiefirmen in ihren klassischen Unternehmenskreislauf und erweitern dadurch ihre Kompetenzbereiche auch auf neue Technologien. In jedem Fall steigern Firmen durch Internet der Dinge ihre Produktivität, arbeiten immer energieeffizienter und sorgen so auch für sichere und gutbezahlte Jobs. Auch Handelsunternehmen werden von der Entwicklung profitieren, über automatisierte Kassensysteme lässt sich die Lagerwirtschaft besser steuern und können auch automatisch Nachbestelllungen für bestimmte Produkte veranlasst werden. Auch für Ladenbaufirmen stehen dann Innovationen an, sodass über eine optimalere Gestaltung die Verweildauer zum einen gemessen, zum anderen auch beeinflusst werden kann. Ein weiterer Faktor sind die immer intelligenter werdenden Systeme in Fahrzeugen, sodass die „Just-in-Time-Lieferungen“ präziser und abgestimmter werden trotz mehr LKW-Verkehr auf der Straße. das bringt ein Plus für Logistikunternehmen, wenn die Lieferkette durch genaue Ortung und Kombination von unterschiedlichen Fahrzeugen wie LKW, Schiffe, Züge und Flugzeuge optimaler ablaufen kann. Hier ist die Entwicklung inzwischen schon weit fortgeschritten und die Kommunikation von Fahrzeugen untereinander scheint schon bald in greifbare Nähe zu rücken. Entscheidend ist jedoch ob Firmen ihre Chancen, die technische Neuerungen bieten, auch erkennen. Auch bedarf es noch entsprechender Regulierungen durch den Staat, beispielsweise für autonom fahrende und miteinander kommunizierende Fahrzeugen. Hier sollte es zu schnellen Lösungen kommen, die auf der einen Seite Unternehmen sowie auch die Gesellschaft und – im Falle von Fahrzeugen –  auch die Versicherungswirtschaft  voranbringen.