Die digitale Transformation von Geschäftsprozessen ist der wesentliche Schritt für den zukünftigen Erfolg. Laut einer Studie des BDI (Bundesverbandes der deutschen Industrie) liegen die Chancen für ein Wachstum bis 2025 bei 1,25 Billionen Euro. Wird die Entwicklung verschlafen, wird ein Verlust von rund 600 Mrd. Euro erwartet. Zwar funktionieren Teilbereiche wie E-Commerce oder Social-Media-Aktivitäten schon ganz gut, die eigentliche digitale Transformation steckt jedoch noch in den Kinderschuhen.

Potenziale erkennen

Deutschland wird als stärkste Wirtschaftsnation in Europa von der Digitalisierung auch am meisten profitieren können. Das setzt jedoch auch voraus, dass die neue Revolution 4.0 nicht nur als Modell zur reinen Effizienzsteigerung angesehen wird. Die Verbesserung der Effizienz ist sicher sehr wichtig, doch andere Aspekte kommen hinzu. So können sich aus der digitalen Transformation durchaus neue Wertschöpfungsketten im Unternehmen ergeben oder ganz neue Produkte. Als Beispiel seien hier die Automobilbauer genannt, die plötzlich Konkurrenz von Google bekommen. So darf heute der Fokus im Fahrzeugbau nicht nur rein auf einer möglichst angenehmen Fortbewegung für die Käufer liegen, es werden in Zukunft auch Mobilitätskonzepte erwartet, bei denen das Fahrzeug im Mittelpunkt steht. Das Geschäft wird also um einen weiteren Baustein in der Wertschöpfungskette erweitert. Wichtig um die Potenziale zu erkennen, ist ein tiefes Verständnis der digitalen Transformation und der Möglichkeiten, die damit verbunden sind. Nur wer dies erkennt, kann dann auch Ressourcen für die Entwicklung bereitstellen oder sich diese beschaffen. Nur dann lassen sich auch digitale Trends erfolgreich umsetzen. Hinzu kommt, dass sich das Unternehmen so als Vorreiter etablieren kann und auch eine wichtige Einflussgröße auf dem Markt ist. So können beispielsweise Zulieferer einen besseren Zugang zu den Herstellern finden, wenn sie über digitale Geschäftsprozesse verfügen, die auf diese Unternehmen abgestellt sind. Hier ist das Stichwort: gemeinsame Standards für einen gemeinsamen Unternehmenserfolg. Damit werden dann Zulieferer und Hersteller noch enger miteinander verschweißt. Dadurch besteht für Mitbewerber von außen ein viel größerer Aufwand, um in den Markt einzudringen. Aber gerade Standards sind auch übergeordnet wichtig, beispielsweise in der Maschinenkommunikation. Hier gilt es mitzuspielen, um auch auf europäischer Ebene am Ball zu bleiben. Dies gilt nicht nur für einzelne Unternehmen, sondern für die Volkswirtschaften insgesamt, die dadurch ihre wirtschaftliche Kraft erhalten und sogar steigern können.

Der Kunde steht im Mittelpunkt

Ein wichtiger Punkt der digitalen Revolution: Die Bedeutung der Kundenbedürfnisse wird größer als das eigentliche Produkt selbst. Hier sei beispielsweise Nike genannt. Der Sportschuhhersteller belässt es nicht nur bei Schuhen. Wichtig ist die Kundenzufriedenheit durch die Schuhe. So wurde der personalisierte Schuh entwickelt, der mit (mobilen) Endgeräten kommuniziert. Als Effekt können Sportler durch die Informationen noch effektiver trainieren. Hierbei spielt natürlich auch ein anderer Punkt eine Rolle, es gibt einen wichtigen Nebeneffekt. Da moderne Sportschuhe alle in einem ähnlichen Preissegment verkauft werden, bringen Innovationen einen neuen Preis mit sich, der vom Erstentwickler ausgeht. Außerdem kann über diesen Weg auch das Image des Unternehmens gesteigert werden und der bloße Sportschuhhersteller wird auch als Kommunikationsunternehmen wahrgenommen. Letztendlich ist es gerade die digitale Transformation, die hilft, nicht nur Marktlücken zu erkennen, sondern, egal ob bei geschäftlichen oder privaten Kunden, dem Unternehmen die volle Wertschöpfungskette zu ermöglichen.

Wege zur digitalen Transformation

Ein entscheidender Punkt ist in Unternehmen sicherlich, die Wichtigkeit der Digitalisierung festzulegen und zu dokumentieren. Die beste Möglichkeit ist es, einen Chief Digital Officer (CDO) zu bestimmen. Dieser sollte eigene Entwicklungen vorantreiben. Dabei können sicher drei Methoden helfen.

  1. Die Ausgliederung eines eigenen Unternehmens als Spin-off, das dann geführt wird wie ein durch Venture Capital finanziertes Unternehmen. Der Vorteil liegt hierbei in der Autarkie des neu gegründeten Unternehmens. Die Entwicklung läuft fernab von den sonstigen unternehmerischen Zwängen. Diese Idee ist relativ gut, aber auch kostenintensiv, sodass sich dies nur Großunternehmen oder potente Mittelständler leisten dürften.
  2. Eine andere Möglichkeit besteht darin, innerbetriebliche oder freie Quer- und Freidenker einzubinden. Diese können dann durch ihr Wissen wesentliche Ideen für digitale Transformation geben.
  3. Auch außenstehende Berater können ein wichtiger Baustein sein, denn gerade der Blick von außen ist ein wichtiger Schritt, um neue, erfolgsversprechende Impulse zu setzen.