Wie auf der Theaterbühne, wo plötzlich eine „Maschine“ auftaucht, die das Bühnenspektakel verändert, so scheint es auch mit der Kommunikation zu sein. Plötzlich tauchen Begriffe auf, die die Welt verändern – beispielsweise Machine-to-Machine oder Internet der Dinge. Die Auswirkungen von beidem werden zurzeit intensiv diskutiert. Die Schätzungen, welches Umsatzvolumen mit diesen Technologien weltweit bis etwa 2020 zu erzielen ist, gehen weit auseinander, je nachdem ob auch der Consumerbereich miteinbezogen wird oder nicht. Eine optimistische Prognose des Servicedienstleisters Westbase Technology kommt auf fast 1 Billion Euro Umsatz, der Marktbeobachter Machina Research auf fast 600 Mrd. Euro. Beides sind enorme Zahlen, dokumentieren sie doch die Investitionsfreude in die neuen Technologien. Das größte Potenzial haben wird in zwei Bereichen gesehen, zum einen Smart Home, zum anderen das produzierende Gewerbe. Aber auch Sektoren wie Automobil oder Energieversorgung allgemein profitieren von den Entwicklungen.

Der Stand der Dinge

Ein Blick auf die Machine-to-Machine-Kommunikation bei Gebäuden: Ein Einsatzgebiet ist beispielsweise eine sonnenstandsabhängige Beleuchtung auf Baustellen, die das Weiterarbeiten bei Dunkelheit erleichtert. Auch Baustellensensoren, die unter anderem Vibrationen des Untergrunds bei größeren Vorhaben melden, sind möglich. Dies ist zum Beispiel wichtig, um mögliche Baugrundabsenkungen/-verschiebungen frühzeitig zu erkennen, insbesondere in Regionen, die als erdbebengefährdet gelten. Schon heute ein wichtiger Faktor ist das Smart Metering, also das Messen und das selbstständige Regulieren durch Sensoren, die den Energieverbrauch eindämmen. Derartige Maßnahmen dienen der Qualitätssteigerung bei der Nutzung von Gebäuden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Wohngebäude oder eine Industrieanlage handelt. Die Einsatzbereiche sind vielfältig. So ist es Fahrzeugen möglich, Daten zu sammeln, um einen Unfall genau zu rekonstruieren zu können. Eine für Unternehmen relevante Möglichkeit wäre es, die gesammelten Messwerte als Grundlage für eine Flottenversicherung zu nehmen. So kann beispielsweise der Fahrstil ermittelt werden und danach eine Tarifeinstufung erfolgen. Dies führt automatisch zu einem bewussteren Fahren. Doch noch ist dies Zukunftsmusik. Anders sieht es im Rettungswesen aus. Hier setzt ein Ortungssystem im Rettungsfahrzeug an. So kann das zum Notfallort nächste in Bereitschaft befindliche Fahrzeug beauftragt werden, sich um den Patienten zu kümmern. Dies spart Zeit und rettet Leben.

Die digitale Transformation in Unternehmen

In diesem Punkt steht Deutschland nicht so schlecht dar. So stellte Vodafone in seinem M2M-Barometer 2015 fest, dass in Deutschland 51 Prozent der Unternehmen Maßnahmen aus diesem Bereich umgesetzt haben. Dabei steht jedoch noch der interne Datenaustausch im Vordergrund. Eine übergreifende Entwicklung gerade in der Zusammenarbeit mit Kunden steht oftmals erst am Anfang. Doch auch hier ist momentan vieles in Bewegung. Zahlreiche Unternehmen haben entdeckt, dass durch gemeinsame Entwicklungen mit Kunden auch neue Geschäftsfelder aufgebaut werden können und nicht nur die IT-Abteilungen davon profitieren. 30 Prozent der befragten Unternehmen wollen in diesem Jahr Innovationsprojekte mit ihren Kunden durchführen. Immer mehr Unternehmen wollen ihre Machine-to-Machine-Infrastruktur mit Big-Data-Analytics oder Cloud-Systemen verbinden. Besonders in diesem Bereich wird häufig auf die Unterstützung von Servicedienstleistern gesetzt, die damit zum Innovationsbeschleuniger werden. Aber nicht nur das: je besser der Innovationseffekt, desto höher auch der Return-on-Investment. Wie Vodafone ermittelte, erzielten innovative Unternehmen in diesem Segment einen deutlichen Gewinn. Im Jahr 2016 dürfte der größte Profiteur der Handel sein, personalisierte Einkaufserlebnisse und digitalisiertes Bezahlen sind die Wachstumsbringer. Aufpassen sollten Unternehmen, egal ob Handel oder Industrie, dass nicht aufgrund des Hypes Anwendungen werden ohne klaren Mehrwert für das Betriebsergebnis und die Kunden entwickelt werden. Sowohl das Internet der Dinge wie auch Machine-to-Machine-Kommunikation sind nicht einfach ein „Nice-to-have“. Die Anwendungen bringen dann kaum einen Nutzen und lassen Innovationen ins Leere laufen. Klare Anwendungsvorteile bringen nur überzeugende Lösungen, sei dies im Unternehmen selbst oder durch eine wirkungsvollere Kundenansprache und damit auch Kundenbindung. Wichtige Voraussetzungen für die Umsetzung ist aber auch eine stabile WLAN-Verbindung, damit tatsächlich eine Kommunikationsverbesserung intern wie extern entsteht. Einige Experten meinen, dass hier bei manch einem Unternehmen noch Nachholbedarf besteht, da vielfach unterschätzt wird wie, wichtig ein ungestörter Prozess in der Machine-to-Machine-Kommunikation ist.